Eine Gesprächs­runde mit Gesine Schwan

Gemein­sam mit den Schü­le­rin­nen und Schü­lern des Les­sing Gym­na­si­ums (Q2) sind am 7. Mai viele wei­tere Poli­tik­in­ter­es­sierte in der Aula des Hein­rich-von-Gagern-Gym­na­si­ums zusam­men­ge­kom­men, um an einer öffent­li­chen Dis­kus­si­ons­runde zum Thema „Europa ist Bedin­gung unse­rer Zukunft“ teil­zu­neh­men. Zu Gast an die­sem Abend war die Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin Prof. Gesine Schwan, die in einem andert­halb­stün­di­gen Gespräch Fra­gen zu ihrer Per­son und zu ihren Stand­punk­ten bezüg­lich der euro­pa­po­li­ti­schen Situa­tion beant­wor­tete.

So berich­tete Fr. Schwan zunächst über ihren Wer­de­gang nach dem Abitur am Fran­zö­si­schen Gym­na­sium Ber­lin, über ihre poli­ti­sche Lauf­bahn, über ihre zwei­fa­che Kan­di­da­tur für das Amt der Bun­des­prä­si­den­tin 2004 und 2009 sowie über ihre Reli­gio­si­tät.

Ober­stu­fen­schü­le­rIn­nen des Hein­rich-von-Gagern-Gym­na­si­ums eröff­ne­ten anschlie­ßend die Dis­kus­sion. Ers­tes Gesprächs­thema stellte dabei der immer stär­ker schwin­dende Glaube an ein gemein­schaft­li­ches und kräf­ti­ges Europa dar. Für Schwan sei dafür die feh­lende Soli­da­ri­tät inner­halb der Mit­glied­staa­ten ver­ant­wort­lich, die durch die Markt­ra­di­ka­li­tät und den stän­di­gen wirt­schaft­li­chen Wett­be­werb begüns­tigt werde. Die­sen gilt es zwar nicht außer Acht zu las­sen, den­noch solle man, nach Schwan, unter­ein­an­der mehr koope­rie­ren als kon­kur­rie­ren.

Mehr Koope­ra­tion wünscht sich die Sozi­al­de­mo­kra­tin auch in der Migra­ti­ons­po­li­tik. Sie spricht sich klar für mehr Trans­pa­renz, Schnel­lig­keit und Bür­ger­par­ti­zi­pa­tion aus und kri­ti­siert den wech­sel­sei­ti­gen Druck zur Auf­nahme von Migran­ten.

Wäh­rend des Gesprächs kommt Fr. Schwan auch auf den Kli­ma­st­reik „Fri­days for Future“ zu spre­chen. Dass die glo­bale Schü­ler- und Stu­die­ren­den­be­we­gung zuneh­mend in Kri­tik gerät, könne sie nur teils nach­voll­zie­hen. Die ver­pass­ten Unter­richts­stun­den seien nicht das Pro­blem: „Durch die Bewe­gung ist vie­len klar gewor­den, dass etwas gemacht wer­den muss“, so Schwan. Den­noch müsse man die For­de­run­gen wei­ter kon­kre­ti­sie­ren, um sie für das poli­ti­sche Han­deln taug­lich zu machen.

Nach dem Gespräch erhielt das Publi­kum die Mög­lich­keit, eigene Fra­gen zu stel­len. Wir dan­ken den Schü­le­rin­nen und Schü­lern des Hein­rich-von-Gagern-Gym­na­si­ums für die Vor­be­rei­tung und ins­be­son­dere Fr. Prof. Gesine Schwan für den auf­schluss­rei­chen Vor­trag!

Kayra C.(Q2)