Am 18. Februar fei­erte das Les­sing-Gym­na­sium sei­nen dies­jäh­ri­gen Ascher­mitt­wochs­got­tes­dienst in der Sankt-Igna­tius-Kir­che. Unter dem Leit­wort “Wer bin ich eigent­lich?” ver­sam­mel­ten sich zahl­rei­che Schü­le­rin­nen und Schü­ler, Lehr­kräfte sowie externe Gäste zu einem öku­me­ni­schen Got­tes­dienst, der die Kir­che bis auf den letz­ten Platz füllte. Die große Betei­li­gung zeigte, wel­chen Stel­len­wert die­ser gemein­same Moment des Inne­hal­tens im Schul­all­tag einnimmt.

Beson­ders ein­drucks­voll war ein klei­nes, aber bedeu­tungs­vol­les Detail: Auf jedem Platz lag ein Spie­gel. Die­ses Sym­bol griff das Motto auf und lud alle Anwe­sen­den dazu ein, über die eigene Iden­ti­tät nach­zu­den­ken, jen­seits von Noten, Erwar­tun­gen und äuße­ren Zuschrei­bun­gen. Wer bin ich, vor ande­ren, vor Gott und vor mir selbst? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die Feier.

Gestal­tet wurde der Got­tes­dienst maß­geb­lich von den 8. Klas­sen von Herrn Bai­er­schmitt, die mit viel Enga­ge­ment zur inhalt­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­be­rei­tung bei­getra­gen hat­ten. Musi­ka­lisch wurde die Feier von einem gro­ßen Chor getra­gen, der Schü­le­rin­nen und Schü­ler von der 8. Jahr­gangs­stufe bis hin zur Q4 ver­einte. Unter der Lei­tung von Frau Mit­ten­hu­ber und Herrn Pfann­mül­ler schu­fen die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger eine dichte und zugleich hoff­nungs­volle Atmo­sphäre, die den Kir­chen­raum erfüllte.

In der Pre­digt griff Pater Soyer das Leit­mo­tiv auf und ermu­tigte dazu, die eigene Iden­ti­tät nicht allein an Leis­tung oder äuße­rem Erfolg fest­zu­ma­chen. Ergän­zend dazu wurde eine ein­dring­li­che Lesung aus dem Text “Wer bin ich?” von Diet­rich Bon­hoef­fer vor­ge­tra­gen, den die­ser wäh­rend sei­ner Gefan­gen­schaft im Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­fasste. Bon­hoef­fers Worte, die von Zwei­fel, inne­rer Zer­ris­sen­heit und zugleich tie­fem Gott­ver­trauen zeu­gen, ver­lie­hen dem Got­tes­dienst eine beson­dere Tiefe.

Herr Stützle las aus dem Evan­ge­lium nach Mat­thäus, in dem selbst­lo­ses Han­deln und die Hin­wen­dung zum Mit­men­schen im Mit­tel­punkt ste­hen. Damit wurde deut­lich: Die Ant­wort auf die Frage “Wer bin ich?” zeigt sich nicht nur im Nach­den­ken über sich selbst, son­dern vor allem im ver­ant­wor­tungs­vol­len Han­deln für andere. So wurde der Ascher­mitt­wochs­got­tes­dienst zu einem gemein­sa­men Auf­takt in die Fas­ten­zeit: nach­denk­lich, musi­ka­lisch getra­gen und zugleich ermutigend.

Text: Lean­der Remke (Q2)

Fotos: K. Krichbaum